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Basilika
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Architektur:

Die Kirche bildet den nördlichen Teil eines vierflügeligen Gebäudekomplexes, der den kleinen Innenhof, den ehemaligen Kreuzgarten, umschließt. Sie ist mit dem Chor nach Osten hin ausgerichtet. Die Sakristei und der darüber liegende Psallierchor sind in den Ostteil des Kirchengebäudes integriert. Markantestes Merkmal des Gotteshauses sind die beiden Chorflankentürme. Sie verfügen jeweils über einen gestreckten viereckigen Unterbau, ein reicher gestaltetes oktogonales Glockengeschoß und eine wohlproportionierte Zwiebel. Die Schmalseiten der Kirche schmücken aus strengen geometrischen Formen zusammengesetzte Giebel. Im Ostgiebel sitzt eine Ädikula mit einer Statue des Kirchenpatrons, des hl. Benedikt. Eine aufwendigere Außengliederung durch gestaffelte Wandschichten und auffällige Fensterformen kennzeichnet die Nordfassade, die zusätzlich durch die davor aufragende Leonhardisäule akzentuiert ist.

Im Inneren empfängt den Besucher ein sieben Joche umfassender Saal mit Abseiten und Emporen. Der Chor ist nur wenig eingezogen und schließt mit einer monumentalen Altarwand. Korbbögen bilden die Öffnungen der das Langhaus begleitenden Kapellen und Emporen. In der flachen Tonne, die den Hauptraum überspannt, kehrt das Motiv des niedergedrückten Bogens wieder. Zwischen Wand- und Gewölbezone zieht das verkröpfte Gesims eine scharfe Trennlinie. Dieses Gesims stützen korinthische Pilaster, die jeweils zwei Kapellen und Emporen voneinander scheiden und im Gewölbe durch Gurtbögen optisch fortgeführt werden. Einen Hauch vom Charakter einer Basilika erhält der Raum durch die sehr weiten Stichkappen in der Flachtonne.

 

Kloster Benediktbeuern
- Die päpstliche Basilika St. Benedikt

von Johannes Hamm

Baugeschichte:

Vom ersten Kirchenbau des 8. Jahrhunderts haben sich fragmentarische Fundamente und Reste karolingischer Flechtbandornamente erhalten. Nachdem die Ungarn das Kloster 955 verwüstet hatten, wurde die alte Anlage wiederhergestellt. Etwa 100 Jahre später entstand ein Neubau, der 1071 geweiht wurde. Bei der Kirche handelte es sich um eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit eingezogenem Chor, die in Lage und Ausdehnung die Maße des  barocken Kirchenbaus bereits vorwegnahm. Ein weiterer Neu- oder Umbau von 1143 zeichnete sich durch reichen Freskenschmuck und einen 1970 wiederentdeckten Schmuckfußboden aus. Nach dem Einsturz des erst 35 Jahre zuvor eingezogenen Gewölbes entstand 1288 die erste gotische Kirche. Letztere fiel 1492 einem Brand zum Opfer. Meister Alex Gugler errichtete daraufhin die Kirche im spätgotischen Stil neu. Deren Aussehen ist durch verschiedene Darstellungen, z.B. durch einen Kupferstich Merians, überliefert. Die heute noch stehende Barockkirche aus den Jahren 1682-86 geht auf Abt Placidus Mayr zurück, der schon den Neubau von Sakristei und Türmen in den Jahren 1672/73 initiiert hatte. Der Name des Architekten ist nicht schriftlich überliefert. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß Kaspar Feichtmayr  unter Mitwirkung des Abtes die Pläne geschaffen hat.

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Ausstattung

Von der originalen Ausstattung fällt besonders der außerordentlich schwere Stuck ins Auge, der Figuren, Festons, Ranken, Rahmen und Kartuschen enthält. Er stammt von den Italienern Prospero Brenno und Nicolo Perti.
Beachtung verdienen auch die
Deckenbilder von Hans Georg Asam, die zeitlich mit dem Beginn der großflächigen barocken Deckenmalerei in Bayern zusammenfallen. Die Gemälde bilden einen christologischen Zyklus in der Hauptachse der Kirche und umfassen  Darstellungen zu den jeweiligen Patronen in den Seitenkapellen. Die Bilder nehmen bereits einen beträchtlichen Teil der Decke ein und sind in Untersicht konzipiert.
Des weiteren verdienen die neun Marmoraltäre Beachtung, allen voran der
Hochaltar, den Johann Georg Guggemoos 1686 errichtet hat. Sein Zentrum bildet eine mächtige Säulenädikula, die seitlich von vertikalen Achsen flankiert wird. Diese Achsen enthalten u.a. Fenster, die eine Verbindung zum dahinter liegenden Psallierchor darstellen. Das Altarblatt des Hochaltars wurde 1788 von dem Mailänder Hofmaler  Martin Knoller geschaffen und stellt die Vision des hl. Benedikt vom Tod der hl. Scholastika dar. Von Knoller stammen auch die Altarbilder der beiden östlichen Seitenkapellen.
Kaum zu übersehen ist die wuchtige barocke
Kanzel, die zur ursprünglichen Ausstattung gehört. Sie besitzt einen turmartigen, in Stockwerke unterteilten Schalldeckel und ist mit zahlreichen Figuren (Evangelisten, Kirchenväter) bestückt. Die Orgel schuf Josef Christoph Egedacher ab 1682. Der Prospekt wurde im 18. Jahrhundert erneuert.